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Sturschädel vs. Pfiffig

20.05.2019

Meister Sturschädel und Meister Pfiffig: Ist günstig billig oder angemessen teuer?

Meister Sturschädel:
Schon im Hobellied von Ferdinand ­Raimund heißt es: „Da streiten sich die Leut’ herum, …“  Ein wohl ewig gültiges Zitat. Es passt auch fast nirgends besser als bei Preisdiskussionen. Man kann rechnen wie man will, es wäre immer zu teuer – auch wenn man noch so sparsam kalkuliert. 
Ein Verhandlungsspielraum ist immer notwendig, das erwartet sich jeder Kunde, was will ich da mit einer noch so genauen Berechnung. Bei viel Arbeit wird es teurer, bei weniger eben billiger, das ist mein kalkulatorischer Ansatz. Etwas Spielraum ist ja immer noch bei Material- und Beschläge­qualität, da muss man sich eben zu helfen wissen.

Meister Pfiffig:
Grundsätzlich ist jede Preisdebatte eigentlich unnötig. Der Kunde muss über Qualität in Ausführung und Materialauswahl Bescheid wissen und auf eine Kalkulation vertrauen, die eben eine fachlich perfekte und optisch ansprechende Arbeit rechtfertigt. Das lässt sich mit handfesten Argumenten erklären und glaubhaft vermitteln. Da geht es nicht um teuer oder billig, sondern ganz klar um das Wörtchen „entsprechend“. Dabei ist es auch ganz wichtig zu wissen, in welcher Preiskategorie oder besser vielleicht noch: in welchem Produkt- oder Qualitätsstandard ich mich bewege und für welchen Level ich meinen Firmennamen präsentiert sehen möchte.

Dabei ist es erforderlich zu deklarieren, welche Zielgruppe ich mit meinen Produkten bedienen und somit erreichen will.
Preisbestimmende Faktoren gibt es unzählige, und da ist es einfach notwendig, mich mit jenen intensiv zu beschäftigen, die auf mein Unternehmen zutreffen und besonders von mir fokussiert werden. Dazu ist es unerlässlich, mein Unternehmensziel zu deklarieren und mich mit all diesen Fragen zu beschäftigen.

Das heißt ja noch lange nicht, dass ich mich in ein Korsett zwänge, indem ich unflexibel werde und dadurch verschiedene Arbeiten nicht mehr bewerkstelligen kann.

Auch ein bestimmtes fachliches oder sogar vielleicht „tischlerisches“ Selbstbewusstsein dürfen wir gegenüber unseren Kunden vertreten, denn was unsere Produkte an Wert darstellen – sofern sie mit Kompetenz in Qualität und Optik perfekt ausgeführt werden – können wir selbst am besten erkennen. Und unsere Kunden ganz bestimmt auch.

Preisbestimmende Faktoren sind gleichzeitig auch Argumente im Verhandeln. Das Vertrauen und, wie es so schön heißt, auch die „Chemie“ sind ebenfalls wesentliche Punkte. Dabei wird auch ein gewisses Fingerspitzengefühl eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Wie schon erwähnt, nicht ­billig und teuer, sondern entsprechend heißt das kleine Zauberwort im Zusammenhang mit dem Preis.

Autor/in:
Michael Fischler
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