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Sturschädel vs. Pfiffig

17.06.2019

Meister Sturschädel und Meister Pfiffig fragen sich: der Umwelt oder dem Design zuliebe?

Meister Sturschädel sagt: 
Natürlich habe ich auch die CO2-Misere vor Augen, und selbstverständlich versuchen wir mit unseren Ressourcen sinnvoll und sparsam umzugehen. Und natürlich ist es unser aller Anliegen, den Müllberg so klein wie möglich zu halten – das ist doch heute die wichtigste Sache auf unserem geplagten Planeten. Aber: Dass ich nun zum Upcycler oder gar zum Paletten-Verarbeiter werde, geht doch entschieden zu weit. Wer immer auch sein Restholz an den Mann bzw. an die Frau bringen will – na bitte, ich auf alle Fälle nicht. Weder Umweltgedanke noch „modernes“ Design sind Gründe, mich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Planer oder Designer mit eigenartigen Ideen wird es immer geben, aber davon werde ich mich nicht auch nur in irgendeiner Weise beeinflussen lassen.

Meister Pfiffig sagt:
Wenn man sich als kreativer und innovativer Einrichtungsfachmann mit den unterschiedlichsten Trends in unserer Branche beschäftigt, kommt man um die gestalterischen Möglichkeiten mit Rest- und Altholz nicht mehr vorbei. Allein der Boom mit dem Palettenholz zeigt uns eine ganz neue Art im Umgang mit Recyclingmaterial. Projekte bei verschiedensten Ausstellungen liefern dafür einen weiteren Beweis. Ideen im Umbau von Alt- bzw. Gebrauchtmöbeln – auch in Verbindung mit modernen Gestaltungselementen – sind eine ernstzunehmende Nische im aktuellen Möbelbau geworden. Diese, verbunden mit dem Umweltgedanken eines ressourcenfreundlichen Materialeinsatzes, kann durchaus eine trendige Kundenschicht ansprechen.
Wie natürlich bei jeder neuen (Marketing-)Idee kommt es dabei auf die variable Vielfalt des Einzelnen an. Ob man Altmöbel „recyclen“ oder „upcyceln“ will, nur teilweise oder gänzlich verändert oder sogar neuen Verwendungszwecken zuführt, ist dem Fachmann wohl selbst zu überlassen; auch die Frage, inwieweit man sich mit Kunden im Umfang mit Ideen und kreativen Neuerungen einig werden kann, bis hin zum immer wichtigeren Ziel des Ressourcensparens liegen im fachmännischen Händchen des Trendsetters.
In unserem Zeitalter des Überschusses, der Müllberge und der Umweltverschmutzung lassen sich bestimmt noch weitere Argumente und Vorteilsbegründungen finden. Auch viele Künstler beschäftigen sich mit diesem Gedanken, allein die Vielfalt von „Schwemmholzartikeln“ ist nur eine von unzähligen Varianten. Natürlich ist wieder die volle Kreativität und Ideenvielfalt jener Vordenker erforderlich, die sich mit solchen Fragen beschäftigen, um etwas ent- und weiterzuentwickeln und daraus jenen „Hingucker“ zu produzieren, der bei Kunden und Mitbewerbern einen offenen Mund und ein überraschtes Staunen hervorruft. Also: Stirnrunzeln und Ärmel hochkrempeln, die Zukunft gehört uns vordenkenden Einrichtungsfachleuten. 

Autor/in:
Michael Fischler
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