Direkt zum Inhalt
 © BMNT © BMNT © BMNT © BMNT © BMNT © BMNT

Über 4 Mio. Hektar: Österreich ist halb Wald

19.02.2019

Mit der Waldinventur des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) wird der Zustand der heimischen Wälder erfasst. Die Untersuchung dauert sechs Jahre – jetzt liegen die aktuellen Daten vor.

Erstmals hat Österreichs Waldfläche die Marke von 4 Millionen Hektar überschritten. Damit ist fast die Hälfte der Österreichischen Staatsfläche Wald – genau genommen 47,9 %. Das waldreichste Bundesland ist die Steiermark mit 62 %, gefolgt von Kärnten (61 %), Salzburg (53 %) und Oberösterreich (42 %). Der Wald hat in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um 3400 ha pro Jahr zugenommen – dies entspricht 4762 Fußballfeldern.

Der Trend zur mehr Laub- und Mischwald geht weiter: Die Fichte bleibt die Hauptbaumart mit einem Anteil von 57,4 %, sie hat jedoch in den vergangenen Jahren an Fläche verloren – von 1,709 Millionen Hektar (2008) auf 1,646 Millionen Hektar (2018). Im Gegensatz dazu legt die Buche zu (von 336.000 Hektar auf 342.000 Hektar) und hat einen Anteil von rund 12 %. Beim Laubholz hat neben der Buche auch die Verbreitung von Ahorn zugenommen. „Laub- und Mischwälder sind stabiler und resistenter, sowohl gegen Schädlingsbefall, als auch gegen klimatische Veränderungen. Auch die Biodiversität und Artenvielfalt profitiert von dieser Entwicklung“, so Bundesministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) anlässlich der Präsentation der aktuellen Daten Ende Jänner.

Nutzung und Bewirtschaftung

Die Nutzung des Waldes ist von 85 % auf 88 % gestiegen. Besonders positiv zu vermerken ist auch, dass Kleinwaldbesitzer, das sind Betriebe unter 200 Hektar Größe, sich vermehrt um ihren Wald kümmern und ihn auch als Einkommensquelle sehen. Sie nutzen bereits 85 % des Zuwachses, vor zehn Jahren waren dies nur 74 %. Das ist wichtig, denn nur bewirtschaftete und gepflegte Wälder können ihre Beiträge zum Klimaschutz und dem Schutz vor Naturgefahren leisten. Bei den Großbetrieben liegt die Nutzungsrate weiterhin bei 100 %. Bei den Bundesforsten hat sie entsprechend den Planungen und der aktuellen Alterszusammensetzung der Bäume auf 76 % abgenommen.

Die Wertschöpfungskette Holz bietet in über 172.000 Betrieben rund 280.000 Menschen in Österreich Einkommen. Der Produktionswert der gesamten Wertschöpfungskette beträgt rund 12 Mrd. EUR. pro Jahr. Der durchschnittliche Exportüberschuss beträgt 3,5 Mrd. EUR. Die Wertschöpfungskette Holz zählt damit zu den wichtigsten Devisenbringern der heimischen Leistungsbilanz.

Der Wald als Klimaschützer

Auch für den Klimaschutz ist der Wald unentbehrlich. Der Wald mit Waldboden speichert gesamt rund 985 Mio. Tonnen Kohlenstoff (oder rund 3,6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente – das ist mehr als das Vierzigfache des jährlichen CO2-Ausstoßes in Österreich von 79,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten). Jede Sekunde wächst ein Kubikmeter Holz in Österreichs Wald nach, somit bindet der Wald jede Sekunde 200 kg Kohlenstoff bzw. 750 kg CO2. www.bfw.ac.at

Werbung
Werbung