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Unter die Lupe genommen: der neue Mafell-DuoDübler

04.03.2019

Der Elektrowerkzeughersteller Mafell hat seinen DuoDübler komplett überarbeitet. Tischlermeister Stefan Böning hat den neuen DDF 40 genauer unter die Lupe genommen. 

Im Jahr 2001 brachte Mafell einen handgeführten Dübelbohrer auf den Markt, mit dem man Löcher für Dübelverbindungen, 32-mm-Lochreihen und für Beschläge bohren konnte: den DuoDübler. Im Spätherbst 2018 hat der deutsche Elektrowerkzeughersteller die neue, zweite Generation des Geräts, den DDF 40, präsentiert. Den Vorgänger DD 40P wird es weiterhin geben. Er hat seine Fangemeinde unter vielen Zimmerleuten gefunden.

Der „Neue“ wurde allerdings mit und für den Tischler entwickelt. Das merkt man sofort, wenn man das Gerät zum ersten Mal in den Händen hält. Selbstverständlich ist der neue DuoDübler DDF 40 immer noch eine Handmaschine, die gleichzeitig zwei Bohrungen ausführt.

Der DDF 40 kommt mit einer neuen, den meisten Tischlern bekannten Grundplatte daher. Sie greift das Prinzip der Flachdübelfräse auf, welcher der DuoDübler in seinen Grundfunktionen gleicht. Legt man den nun Tisch auf eine ebene Unterlage, erreicht man genau die Bohrhöhe, die für eine Werkstückdicke von 19 mm benötigt wird. So lässt sich die Maschine auch ohne Hilfsmittel in Fälzen platzieren, ohne dass die Bohrtiefe beeinträchtigt wird.

Auch die Tischschwenk- und Tischhöhenverstellung ähneln in ihrer Handhabung einer Flachdübelfräse. Für das Bohren von Rahmenhölzern klipst man ein Kunststoffteil unter den höhenverstellbaren Schwenktisch. Dies erleichtert das präzise Bohren von nicht an den Außenecken des Rahmens platzierten Rahmenteilen. 

Der Revolveranschlag hilft, die Tischhöhe einfach auf die halben Materialstärken von 6,5/8/9,5/11 und 12,5 mm umzustellen. Sollte jedoch eine andere Bohrhöhe gewünscht sein, kann dies über ein Verstellrad präzis eingestellt und mittels Spannschraube fixiert werden. Durch das Sichtfenster in der schwenkbaren Platte hat man immer eine gute Sicht auf den Anriss, und die Markierungen erleichtern das Ausrichten daran.

ANSCHLÄGE
Vom Vorgänger wurden die gefederten Anschlagstifte und die Aufnahmen für die neuen Seitenanschläge sowie die roten Zusatzanschläge, die verschiedenste Anschlagmöglichkeiten bieten, übernommen. Diese können sowohl in Bohrrichtung, auf der Auflagefläche als auch auf dem Schwenktisch angebracht werden. 

Vollkommen neu ist eine Zusatzauflage, die mittels zweier Schrauben auf der Auflagefläche befestigt wird. Je nachdem, wie sie montiert wird, kann man somit die Auflagefläche vergrößern und gleichzeitig die zum System gehörende Dübellehre abgreifen. Ebenso kann sie als Anschlag bündig zur Auflagefläche eingesetzt werden. Eine längst überfällige Erfindung, die gern auch bei anderen Systemen Einzug halten könnte.

Ein Seitenanschlag wird an den Ausfräsungen für die roten Kunststoffpins befestigt. Er ermöglicht das Abgreifen von Rasterbohrungen ohne Verwendung der optionalen Dübellehre. Hier kann ein Untergreifanschlag anstelle des Abtasters montiert werden, montiert werden, der bei Bohrungen mit einem frei definiertem Abstand von der Werkstückkante oder einem zurück gesetzten Korpusboden das Anlegen der Maschine erleichtert.

Eine weitere Neuheit ist der Leistenanschlag LA. Er wird von vorn auf den Tisch angeklipst und dient zur Bearbeitung von schmalen Leisten ab 14 mm Breite. Da hier mit nur einem Bohrer gearbeitet wird, befinden sich die gefederten Anschlagstifte dementsprechend platziert auf dem Anschlag. Sie erleichtern das Anlegen der Leisten.

Sehr gut ist die neue, zweifach variabel einstellbare Bohrtiefeneinstellung gelungen. Jeder, der Möbel mit Dübeln verbindet, weiß: Stirnseitig muss nun einmal um einiges tiefer als auf der Fläche gebohrt werden. Hier entfällt das nervige Umstellen der Bohrtiefe. Einmal voreingestellt, kann wahlweise zwischen Bohrtiefe 1 (stirnseitig) und Bohrtiefe 2 (Fläche) umgeschaltet werden. Auch eine Position für den Bohrerwechsel kann am Bohrtiefen-Wahlschalter ausgewählt werden. So rastet die Maschine beim Schieben in die Bohrposition automatisch an jener Stelle ein, die einen einfachen und zügigen Bohrerwechsel zulässt.

Mit unterschiedlichen Bohrer-Durchmessern zwischen 3 mm und 12,2 mm bietet man ein ausreichendes Spektrum an Möglichkeiten an, um beispielsweise auch durch Feuchtigkeit leicht aufgequollene Dübel zu verarbeiten. Dies kann durchaus passieren, wenn vorgefertigte Bauteile oder Materialien auf die Baustelle geliefert oder dort über eine gewisse Zeitspanne gelagert werden müssen.

Ebenfalls überarbeitet wurde das Motorgehäuse. Es ist so geformt, dass ermüdungsfreies Greifen durch die neu entstandene Griffform möglich ist. Die für den Vorschub benötigte Kraft lässt sich somit optimal einbringen. Auch der Schalter wurde überarbeitet. Anstelle eines Schiebeschalters kommt ein Tastschalter mit automatischer Abschaltung beim Bohrerwechsel zum Einsatz.

IM PRAXISEINSATZ
Im Test wurden diverseste Arbeiten mit dem neuen Modell ausgeführt. Dübelbohrungen, Bohrungen für Möbelverbinder, Rasterbohrungen und Beschlagsbohrungen wurden ausgeführt. Viele Anwendungen konnten selbsterklärend erledigt werden. Die Präzision der Bohrungen stimmte. Unter anderem wurde eine 8 mm dicke Kompaktplatte mit Zylinderstiften 3 x 30 mm verbunden – also ein schwieriger Werkstoff mit sehr hohen Anforderungen an die Präzision.

Mit dem nötigen Fingerspitzengefühl für den manuellen Vorschub konnte auch dies gemeistert werden. Wer für bestimmte Arbeiten mit der neuen Maschine Informationsbedarf hat, der kann sich auf der Mafell-Website (www.mafell.de) anhand von einigen Anwendungsvideos informieren. 

MEHR ALS NUR HOLZDÜBEL
Mit dem System DuoDübler können weit mehr als nur klassische Dübel in verschiedenen Durchmessern verarbeitet werden. So können ohne weitere Hilfsmittel beispielsweise die Tuck-Federstahldübel, das Quick-Set und die Kunststoffdübel des Anbieters Knapp verarbeitet werden. Bei den Tuck-Federstahldübeln handelt es sich um ein Dübelsystem aus Metall. Sie sind in den Größen 6 x 25, 8 x 35 und 10 x 32 mm erhältlich.

Zur 10-mm-Version gibt es auch eine 16 mm und eine 28 mm lange Variante zum Aufschrauben. Das Quick-Set ermöglicht eine unsichtbare, selbstspannende, feste Verbindung und besteht aus einem Schraubbolzen und einem Kunststoffdübel. Es ist in unterschiedlichen Längen für 5-mm- und 8-mm-Bohrungen erhältlich. Dabei variiert nicht nur die Länge der Bolzen, sondern auch die Längen des Einschraubgewindes, das entsprechend der Materialstärke gewählt werden kann.

Der Knapp-Kunststoffdübel hingegen ist in den Maßen 6 x 28 mm und 8 x 36 mm erhältlich. Die Außenhülle ist mit einem Gewinde ummantelt. Dies ermöglicht das einseitige Einschrauben und eine selbstspannende Verarbeitung. Spitzen an den Dübelenden erleichtern das Anreißen. Löcher und Längskanäle im Dübel sorgen für eine optimale Verteilung und Halt des Klebstoffs. 

Auch die Grundbohrungen für Möbelverbinder können mit dem DDF 40 ausgeführt werden. Da diese Verbinder oft mehrteilig sind, muss zusätzlich mit der Bohrmaschine oder Oberfräse nachgearbeitet werden. Hier sind folgende Verbinder zu nennen: der weitestverbreite Exenterverbinder, Bolzenverbinder (z. B. die SM 10-Serie von Würth, PV-Serie von Scheulenburg) die Häfele-Verbinder U 12/10 und SC 8/60 oder der Rostrino von Hettich.

Einige der angebotenen Systeme können durch entsprechende Winkelbolzen auch für Gehrungsecken eingesetzt werden. Hat man sich hier erst einmal auf ein System eingearbeitet und die passenden Schablonen angefertigt, sind zerlegbare Möbelkonstruktionen kein Problem mehr. 

Fazit
Mit der überarbeiteten Version des DuoDüblers spricht Mafell explizit den Tischler an. Endlich hat die Maschine dieselbe Handlichkeit, wie wir es von anderen Verbindungssystemen her kennen und schätzen. Das lästige Umdenken entfällt. Mit dem neuen Zubehör bieten sich viele Möglichkeiten, die das Maschinenkonzept unterstützen. Es erlaubt Lochreihenbohrungen, auch ohne groß in Systemzubehör investieren zu müssen.

Wer nun auf das für seine Aufgaben passende Verbindungssystem setzt, kann mit dieser Maschine viele Aufgaben erledigen. Egal, ob man als Kleinbetrieb oft mit diesem System arbeitet oder als großes Unternehmen eine Alternative sucht, wenn Teile auf dem Bearbeitungszentrum nicht gespannt werden können. Auch auf der Baustelle ist man mit dem DDF 40 gut beraten. www.mafell.de

Autor/in:
Stefan Böning
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