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Werden Sie zum Tsunami

03.05.2017

Das Meer der Möglichkeiten (2/3).

In Tsunamis werden immense Energien in langen Wellen, die von tektonischen Plattenverschiebungen unter Wasser angestoßen wurden, von Wassermolekül zu Wassermolekül weitergegeben. An der Wasseroberfläche ist von diesem Energiestrom vorerst nichts zu bemerken, aber wenn die Tsunamiwellen auf die Küstenregionen treffen, wird das Ausmaß ihrer Kräfte deutlich. Dann bleibt kein Stein auf dem anderen. Tsunamis sind disruptiv.

Die Tsunamistrategie für Tischler: Disruption ist der Sprung durch die Feuerwand der Unsicherheit. Disruptive Lösungen entwickeln sich immer in kleinen Nischenmärkten oder schaffen sich eigene Märkte und können ganze Branchen oder Geschäftsmodelle verändern. Sie entstehen, wenn sich in den Teams (kreative) Spannungen entladen, sich die daraus erwachsende Energie Bahn bricht und konsequent weitergegeben wird.

Spüren Sie nicht immer wieder, dass sich bestimmte Gedanken und Ideen in Ihrer Firma immer wieder ihren Weg bahnen (wollen)? Gedanken oder Wünsche, die vielleicht schon vor Jahren in Ihnen ein so großes „Beben“ ausgelöst haben, dass sie zum Grund für Ihre Selbstständigkeit geworden sind? Und haben diese immensen Impulse schon jemals die Chance bekommen, auf Land zu treffen und den (regionalen) Markt neu zu ordnen?

Kann David gegen Goliath funktionieren?

Aber sind denn „die Großen“ so blind, dass sie neue Entwicklungen nicht wahrnehmen? Nein, sie sind nicht blind. Sie können aber neue Entwicklungen nur schwer wahrnehmen, weil sie sich ständig an vielen kleinen Verbesserungen abarbeiten, die (oft nur angenommene) Kundenwünsche von ihnen verlangen. 

So haben die Waschmittelkonzerne angenommen, dass die Hausfrauen ihre Wäsche noch weißer waschen wollen als alle anderen. Bis klar wurde, dass die Frauen an der Wäsche riechen, wenn sie sie aus der Waschmaschine nehmen. Der Duft nach Frische war für sie viel wichtiger als das weißeste Weiß aller Zeiten. 

Hüten Sie sich vor falschen Annahmen. Setzen Sie lieber auf Ihren Gründergedanken, auf die Ideen, die schon lange unter der Wasseroberfläche des Alltags Wellen schlagen – und auf den Überraschungseffekt, mit dem sie viel Aufmerksamkeit erzielen werden.

Disruptive Lösungen entwickeln sich immer „bei den Kleinen“ am unteren Ende des Marktes. Um etwas wirklich Neues in Angriff zu nehmen, müssten sich die Großen der Branche in Richtung der unteren Marktsegmente bewegen. Sie müssen aber ihr ständiges Wachstumsbedürfnis befriedigen und deshalb in High-End-Märkten mit starken Margenversprechen wachsen. Es kommt zu einem „Over-Engineering“, das aber für Kunden (und für sie selbst) auch immer teurer wird. Dabei sind schon einige Tsunamis im Anrollen. 

Autor/in:
Harald Jeschke

Harald Jeschke ist geschäftsführender Gesellschafter der softnomics marketing-kommunikation kg in Leon­ding.

softnomics kg, 4052 Ansfelden, Haider Straße 21, Tel.: +43 (0)732/797310,
E-Mail: h.jeschke@softnomics.at,
www.softnomics.at

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