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Wirtschaft brummt, Fachkräfte fehlen

24.04.2019

Die WKÖ hat die aktuellen Konjunkturzahlen für das Gewerbe und Handwerk veröffentlicht.

Positivtrend bei der nominellen Umsatzentwicklung: 42 Prozent der Befragten meldeten Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 13 Prozent.

Von einem regelrechten Brummen der Handwerks- und Gewerbetriebe spricht Bundespartenobfrau Renate Scheichelbauer-Schuster, als sie bei einer Pressekonferenz in Wien die Zahlen für das vergangene Branchenjahr präsentiert. Die 230.000 Betriebe seien mit ihren 790.000 Mitarbeitern gut auf Kurs. Für dieses Halbjahr stellt die Obfrau ebenfalls positive Aussichten in den Raum, denn der Anteil jener Unternehmen mit einem Auftragsbestand von 20 Wochen ist von sieben auf zwölf Prozent gestiegen. Die nominelle Umsatzentwicklung im Gesamtjahr lag drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Ein Stein des Anstoßes ist nach wie vor der Fachkräftemangel – in der Auswertung der KMU-Forschung klagten 45 Prozent der Betriebe darüber – vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 27 Prozent. Geradezu eklatant sei der Fachkräftemangel bei den Bau- und Möbeltischlern in Tirol, besagt die Auswertung.

 Positive Konjunktur

Die Konjunktur verlief insgesamt gesehen jedoch positiv. So meldeten 42 Prozent der Befragten Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 13 Prozent. Ein Blick auf die preisbereinigte Umsatzentwicklung zeigt auf, dass der Branchenumsatz mengenmäßig um 2,3 Prozent gestiegen ist. 2017 stieg dieser Wert um nur 0,2 Prozent. Was die Preisentwicklung betrifft, erhöhten 42 Prozent der Betriebe ihre Verkaufspreise. Bezogen auf den Branchendurchschnitt wurden sie damit um 1,8 Prozent erhöht und somit um 0,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Im Schnitt wurde kräftig investiert, und zwar 7200 Euro pro Beschäftigtem (+13 Prozent gegenüber 2017). Eingeteilt nach Geschäftsbereichen, verzeichnete im vierten Quartal 2018 der Objektmöbelbau eine besonders positive Entwicklung (Meldungen von 27 Prozent der Betrieben), mit Abstand von Althaussanierung/Reparatur (20 Prozent) und Herstellung von Möbeln (21 Prozent). Im Laden- und Messebau gingen die Aufträge hingegen am stärksten zurück (30 Prozent der Betriebe meldeten hier sinkende Aufträge).

Fachkräftemangel als Herausforderung

Was den weiteren Verlauf des Jahres betrifft, möchte mehr als die Hälfte der Tischlereibetriebe (55 Prozent) investieren. 33 Prozent rechnen damit, dass die Finanzierungsbeiträge heuer höher ausfallen werden als im vergangenen Jahr. Als größte Herausforderung sehen die Befragten den Fachkräftemangel (50 Prozent). Damit liegt dieser Wert zum ersten Mal über jenem der Preiskonkurrenz (47 Prozent) – was bisher immer als größte Herausforderung für die Tischler gesehen wurde. Gesunken ist das Stimmungsbarometer: 33 Prozent der Befragten beurteilen die heurige Geschäftslage positiv im Gegensatz zu 39 Prozent im Vorjahr. Hinsichtlich des Auftragsbestandes melden 34 Prozent der Betriebe eine Auslastung von zehn bis 19 Wochen, 22 Prozent von fünf bis neun Wochen und 36 Prozent der Betriebe gaben an, eine bis vier Wochen beschäftigt zu sein. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist damit die Zahl jener Betriebe, die kürzer oder bis zu vier Wochen ausgelastet sind, um zwölf Prozent gestiegen, bei den längerfristig ausgelasteten Betrieben waren die Zahlen rückläufig. (red) 

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