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Natürlichkeit und moderne Elemente kombiniert: Sich zuhause wohlfühlen, spielt auch in Sachen Möbeldesign eine wichtige Rolle.

Wohntrends und Corona: Das Zuhause als Wohlfühlhöhle

02.06.2020

Beim Holzwerkstoffhersteller Egger hat man sich damit beschäftigt, wie Corona die Wohngewohnheiten beeinflusst und daraus Auswirkungen auf aktuelle Gestaltungstrends 
abgeleitet.

Klassische Elemente mit Retro-Charakter, kombinert mit modernen Akzenten

Der Rückzug in die eigenen vier Wände, neue Arbeitsmodelle wie Arbeiten im Homeoffice, Rückbesinnung beim Einkaufen auf Regionalität und Urlaub daheim: In den Wochen nach dem Corona-bedingten „Lockdown“ war viel davon zu lesen, wie die Krise die gewohnten Lebens- und Arbeitsweisen verändert. Auch beim Tiroler Holzwerkstoff-Hersteller Egger hat man sich gefragt, wie Corona die Wohngewohnheiten beeinflusst und daraus Auswirkungen auf aktuelle Gestaltungstrends abgeleitet.

Für ihre „Trendbeobachtung“ haben sich die Egger Design- und Dekorexperten Klaus Monhoff und ­Stefanie Könemann auch mit soziokulturellen Einflüssen beschäftigt und Prognosen von Wirtschaftsfachleuten analysiert. Wie die Krise das Kaufverhalten beeinflusst, dazu gibt es unterschiedliche Vorhersagen: Vom „revenge bying“ – der Konsument „rächt“ sich nach den Einschränkungen so schnell wie möglich mit genussvollen Einkäufen – bis hin zum „Rausch des Positiven“: So habe die Entschleunigung im Lockdown die Menschen durchatmen und viele Dinge grundlegend überdenken lassen. Die Egger-Trendexperten haben ihre Trendanalyse mit dem passenden Titel „Vielleicht“ versehen – dies beschreibe die Ungewissheit über die Folgen und Auswirkungen der Krise besonders treffend, so Monhoff. 

Das Zuhause als Mittelpunkt: Rückzug ins Private

Als sehr wahrscheinliches Szenario sieht der Dekorfachmann, was vom deutschen Zukunftsinstitut als „Neo Tribes“ bezeichnet wird und den Rückzug ins Private meint. Dieser werde, so wie die Wiederentdeckung der Häuslichkeit, durch die Angst vor Ansteckung gefördert; Regionalität und Lokalität werden wichtiger, das Zuhause wird zum Mittelpunkt und zur „Wohlfühlhöhle“. Die neuen Arbeitstrends haben auch auf das Wohnen einen Einfluss, das in Sachen Einrichtung darauf angepasst werden muss.  

Designtrends: Retromaterialen schaffen vertrautes Gefühl

Ebenfalls bereits bemerkbar seien „Reality Check“ und Adaption als neuer Trend – die Gesellschaft passt sich flexibel den neuen Gegebenheiten an. Diese Entwicklung habe es schon bisher gegeben, wurde aber durch die Krise beschleunigt und in einigen Bereichen verstärkt und zur „neuen Normalität“, so Monhoff. Qualität und Zeitlosigkeit bekämen dadurch beim Einrichten eine größere Bedeutung: „Einem ‚sich Sattsehen‘ muss vorgebeugt werden, es wird mehr langlebig und exklusiv ausgesucht.“ Für die zu Jahresbeginn vorgestellte, neue Dekorkollektion hat Egger seine Produkte in insgesamt neun Trendwelten eingeteilt. Darin hat der Hersteller teils gegensätzliche Trendbereiche zusammengeführt und sie entsprechende betitelt – etwa „Perfect Imperfection“ oder „Future Retro“. In letzterer etwa lässt sich eine Formensprache wie aus den 50ern mit aktuellen Farbtrends und Oberflächenstrukturen zusammenführen. Oder Marmor-Optiken, die früher nur auf hochglänzenden Flächen zu sehen waren, werden heute auf matten Oberflächen umgesetzt. „Retro­materialien geben uns ein vertrautes Gefühl, da sie schon einmal in unserem Leben und im Interiorbereich einen Platz hatten“, sagt Monhoff. Die Materialien werden dabei aber eben auch farblich angeglichen und so für die Gegenwart angepasst.

Cocooning – die neue Normalität als Trend­verstärker

Für einige dieser Trendwelten sieht der Dekorfachmann nach den vergangenen Monaten nun eine stärkere Bedeutung als ursprünglich prognostiziert. Die „neue Normalität“ wirkt hier sozusagen als Trendverstärker. Das sogenannte „Cocooning“ – also das Wohlfühlen zuhause – komme etwa in Trendwelten wie „Pure Nature“ zur Geltung, während „Modern Classics“ und „Future Retro“ eine Neuinterpretation der Sicherheit des Vertrauten und Bewährten liefern. Cocooning stehe für Wärme und Geborgenheit – matte Oberflächen entsprechen diesen Bedürfnissen und seien deshalb ebenfalls stärker gefragt. Klarheit und Ordnung, repräsentiert in den Trendwelten „Light Urban“ und „Black Options“ mit hellen Farben, klaren Strukturen und teils mit dunklen Akzenten, werden weiterhin gefragt sein. Etwas weniger Beachtung könnten als „Allrounder“ konzipierte Trendwelten wie „Colored Monochrom“ oder „Metal Fusion“ finden, sagt Monhoff.

Egger-Dekor- und Oberflächenkombinationen

Wie sich diese Trendkonzepte auf konkrete Möblierung und Einrichtungen umlegen lassen, erklärt der Dekorexperte anhand einiger Beispiele: So wird unter dem Titel „Black & Nature“ eine Theke in Halifax-Eichenoberfläche mit dunklen Rissen mit schwarzen Kontrasten und Schieferdekor als Akzent kombiniert. Wie eine Arbeitsplatzsituation daheim aussehen kann, zeigt man unter dem Titel „Work & Warm“: Ein Schreibtisch mit dunklen Graufarbtönen und Steinakzenten auf Perfect Sense-Matt-Oberfläche vor einer Wand in Eichen-An­mutung.
„Nordisch leichte Natürlichkeit“ soll eine Küche in „Kentucky Chestnut“, kombiniert mit schwarzem Metall und einem dunklen Arbeitsplattendekor als Akzent vermitteln. Und „Future & Retro“ vereint eine Wohnzimmereinrichtung mit einer klaren Formensprache, dunklen Akzenten und Oberflächen in Eiche oder hellem Marmor, die für den gewünschten Retrotouch sorgen. 
www.egger.com

Autor/in:
Thomas Prlic
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