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Zukunfts-Werkstatt

13.11.2019

Die digitale Peitsche* schwingen? Teil (3/3) 

Wenn sich in einer Firma durch die Digitalisierung positive Werte wie Gemeinschaft, Freude, Vertrauen und Würde der Menschen kaum noch entfalten können, dann ist etwas schiefgegangen. Selbst dann, wenn die Produktivität kurzfristig hochgeschnellt sein sollte.
Wenn das Digitalisieren zu einem menschengerecht sinnvollen Fortschritt mit nachhaltig positiven Folgen beitragen soll, muss es auf ein Wertedenken gestützt sein. Werte sind das unsichtbare (aber starke) Bindeglied zwischen uns Menschen. Und es wird eine Menge Bindungswille und gegenseitiges Vertrauen notwendig sein, wenn die Digitalisierung erst einmal in Büros und Werkstatt endgültig angekommen sein wird.

Vom Handwerk zum Digitalisieren
Das Erlernen und Studieren der realen (analogen) Welt ist die Voraussetzung dafür, dass man versteht, was aus guter Digitalisierung herauszuholen ist. Dieser Erwerb von Wissen und Können kann nur über Lehre und praktische Ausbildung erfolgen. Erst wenn den Mitarbeiter(inne)n auf analoge Weise „in Fleisch und Blut übergegangen ist“, worauf es ankommt, haben sie eine ausreichend geschulte Intuition, um Maschinenintelligenz sinnvoll zu nützen.  Wenn ihnen diese Voraussetzungen fehlen, werden sie zum Schaden des Unternehmens und ihrer selbst zu „Maschinist(inn)en“ degradiert. Wenn Politiker, Unternehmer, Funktionäre und Eltern das Handwerk abwerten, dann zerstören sie den Fortschritt unseres Landes an der Basis. Dann wird in absehbarer Zeit nämlich niemand mehr die Realität hinreichend gut kennen, um (den Rechnern) die richtigen Fragen zu stellen und entsprechende Arbeitsaufträge zu erteilen.

Tischler als „Hüter des Wissens“?
Laut der Wirtschaftsinformatikerin Sarah Spiekermann von der Uni Wien sollte ein „Hüter des Wissens“ eine Lehre absolviert, einige Jahre Erfahrung (in der realen Welt) gesammelt, das eine oder andere zusätzlich studiert und sich in seiner Region bewährt und Glaubwürdigkeit erworben haben. Ihren Ruf als Hüter der Wissens verdanken sie nämlich einer umfassenden Kompetenz, die ihnen von den Menschen zugeschrieben wird: dank ihres Wissens, ihres praktischen Könnens und ihrer Haltung. 
Das ist die Zukunft, von Digitaler Ethik in­spiriert. Mit Motivation statt mit Peitsche. So wird es sich gut (über-)leben lassen.

*Ich beziehe mich in meinem Beitrag auf das höchst lesenswerte und verständliche Buch Digitale Ethik von Sarah Spiekermann. Verlag Droemer Knaur, München 2019

Autor/in:
Harald Jeschke

Harald Jeschke ist geschäftsführender Gesellschafter der softnomics marketing-kommunikation kg in Leon­ding.

softnomics kg, 4052 Ansfelden, Haider Straße 21, Tel.: +43 (0)732/797310,
E-Mail: h.jeschke@softnomics.at,
www.softnomics.at

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