Direkt zum Inhalt

Zurück in die Zukunft

10.06.2020

Der Corona-Express. Oder: den schlafenden Drachen kitzeln.

 

Harry Potter musste auf Gleis 9 ¾ der King’s Cross Station kommen, wenn er den Hogwart-Express nehmen, klüger werden und der Welt der Muggels entfliehen wollte. Jetzt ist Hogwarts über Nacht zu uns gekommen. Was werden wir ­Muggels zu lernen haben? Und was bedeutet das Motto der Schule „Kitzle nie einen schlafenden Drachen“?

Man hört schon von den ersten Zukunftsforschern, dass Zukunft gar nicht mehr stattfinden wird. Wir werden sie (und uns), sagen sie, nicht mehr wiedererkennen. Aber war das bei der Zukunft nicht immer so?

Krisen sind ja bekanntlich immer auch Chancen, aber Chancen wozu? Und was kann das alles für den Tischler bedeuten?
Versuchen wir eine Re-Gnose, wie das Matthias Horx nennt, einen Blick von der Zukunft ZURÜCK ins Heute.

  • Nehmen wir nur das Homeoffice. Es ist in der Corona-Zeit unverzichtbar geworden. Für viele war es allerdings ein wackeliger Balanceakt zwischen Küchentisch und Fernsehsessel. Wir waren einfach nicht darauf vorbereitet. Gibt es da nicht bessere Lösungen, die der Tischler jetzt anbieten und individuell anfertigen kann?
  • Das Bücherlesen wurde in der Krise wieder Kult. Wer kann dafür bessere Voraussetzungen schaffen als der Tischler? Fürs Lesen beim Sitzen, Liegen, Lümmeln?
  • Der medizinische Fortschritt hat enorm ge-holfen, aber entscheidend waren die Veränderungen in unserem Verhalten. Wir haben Kontakt gesucht und gepflegt und dabei bestimmte Regeln eingehalten. Das Miteinander ist ein Wohnthema ersten Ranges.
  • Die globale Just-in-time-Produktion, bei der Millionen Teile über den ganzen Planeten geschippert wurden, wird demontiert. Überall wird lokalisiert. Ortsnahe Produktionen und Handwerk kommen zurück. Wohl dem, der einen Tischler in seiner Nähe hat.
  • Wandel beginnt immer als verändertes Muster von Erwartungen, und der Bruch mit Routinen setzt die Zukunfts-Sinne wieder frei.
  • Die stärksten Bilder, die das Coronavirus hinterlässt, haben mit uns Menschen und unserer Umwelt zu tun: mit den Italienern, die auf dem Balkon musizieren, und mit den Satellitenbildern, die ganze Industrieregionen frei von Smog zeigen.

Irgendwie magisch, finde ich, wie man es uns Muggels vielleicht gar nicht zugetraut hätte.
Vielleicht sollten wir den schlafenden Drachen in uns und in unserer Umgebung doch ein wenig kitzeln. So, wie es Harry Potter in unserer Situation sicher getan hätte.

Zum Weiterlesen: 
www.horx.com oder www.zukunftsinstitut.de

 

Autor/in:
Harald Jeschke

Harald Jeschke ist geschäftsführender Gesellschafter der softnomics marketing-kommunikation kg in Leon­ding.

softnomics kg, 4052 Ansfelden, Haider Straße 21, Tel.: +43 (0)732/797310,
E-Mail: h.jeschke@softnomics.at,
www.softnomics.at

Werbung

Weiterführende Themen

Service
17.10.2019

Wann ist etwas relevant? Zukunfts-Werkstatt Teil (2/3)

Service
16.09.2019

Die Zukunfts-Werkstatt – Teil 1/3

Service
17.07.2019

Beziehungen sind Wurzeln.

Werbung