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Manfred Zink (li.) tritt in Sao Paolo bei den Möbeltischlern an, Michael Prader vertritt Österreich bei den Bautischlern.

Zwei Wettkampftypen für São Paolo

29.06.2015

Mit Manfred Zink und Michael Prader vertreten in diesem Jahr zwei junge steirische Tischler Österreich bei den WorldSkills von 11. bis 16. August in São Paolo.

Mehr als 1000 Teilnehmer aus über 60 Ländern und rund 50 Berufen, dazu mehrere zehntausende Zuschauer: Mit den WorldSkills findet heuer von 11. bis 16. August in São Paolo/ Brasilien wieder der weltweit größte Berufs-Leistungswettbewerb statt. Die Tischlerbranche wird bei den Berufsweltmeisterschaften traditionell in den beiden Kategorien Bau- und Möbeltischlerei gewertet. Für Österreich sind diesmal mit Manfred Zink und Michael Prader zwei Kandidaten aus der Steiermark am Start. 
Beide Teilnehmer haben schon jede Menge Wettkampferfahrung hinter sich. Der 21-jährige Manfred Zink, der bei den Möbeltischlern antritt, war immerhin vier Mal Bester beim Landeslehrlingsbewerb und einmal Sieger beim Bundesbewerb und qualifizierte sich wie sein Kollege im Vorjahr mit dem ersten Platz bei den Staatsmeisterschaften für die Teilnahme an den WorldSkills. Zink, der sich gemeinsam mit dem Experten Leo Moser (NÖ) auf den Bewerb vorbereitet, arbeitet bei der Lux Tischlerei & Kooperative in Hartberg. Mit der Teilnahme an den Berufsweltmeisterschaften erfüllt er sich einen großen Traum und hofft dabei trotz harter internationaler Konkurrenz auf einen Spitzenplatz. 

INTENSIVE VORBEREITUNG

Die Erwartungen an die heimischen Kandidaten sind dabei durchaus hoch – immerhin konnten die österreichischen Tischler in den vergangenen Jahren immer wieder Stockerlplätze bei den World Skills erreichen. Nervös ist der junge Tischler, der sich selbst als „Wettkampftyp“ bezeichnet, trotzdem nicht: „Ich versuche, relaxt zu sein, werde mein Bestes geben – und dann schauen wir, wie es wird.“ Die Tischler müssen bei den Weltmeisterschaften ein vorgegebenes Werkstück innerhalb von 22 Arbeitsstunden (die Bautischler zwei Stücke in je elf Stunden) während vier Wettbewerbstagen anfertigen.
Neben der intensiven Vorbereitung mit den jeweiligen Experten und Teamtrainings mit den österreichischen Kandidaten aller Berufssparten haben sich Zink und sein Kandidatenkollege Michael Prader mittlerweile auch oft privat zum Fachsimpeln getroffen – beide sind eben Tischler mit Leib und Seele. Michael Prader, Jahrgang 1995, erzählt, dass er schon als Kind in der Werkstatt seines Großvaters viel mit Holz gespielt hat: „Ich habe schon Nägel eingeschlagen, als andere kaum erst einen Hammer halten konnten“, erzählt er.

KEINE NERVEN ZEIGEN

Prader wird vom steirischen Landeslehrlingswart Anton Ulrich als Experte betreut und ist in der Möbeltischlerei Kumpusch in Gleinstätten beschäftigt. Dass er im Bereich Bautischlerei antritt, hat sich eher zufällig ergeben. Die Arbeit mit Massivholz und die in diesem Segment angewendeten Verbindungstechniken hätten ihn aber immer schon sehr interessiert, sagt Prader. Auch er erhofft sich einen Platz unter den Top Fünf. „Den Druck macht man sich schon selbst, aber das wird alles schon hinhauen. Man darf halt nicht nervenschwach sein“, sagt er. 
Beide Kandidaten haben neben der notwendigen Nervenstärke jedenfalls durchaus auch Spaß am sportlichen Kräftemessen. Auch wenn die Wettbewerbsaufgaben gar nicht immer so viel mit der tatsächlichen Arbeit im Betrieb zu tun haben. Aber eine gute Konzentration, Genauigkeit oder mentale Stärke seien ja auch im Arbeitsalltag gefragt, sind sich die beiden einig. 
Egal, welche Platzierung die beiden dann  tatsächlich erreichen: Auch für ihre weitere Zukunft haben sich Manfred Zink und Michael Prader noch so einiges vorgenommen. Beide wollen beispielsweise bald die Meisterprüfung angehen. Die Berufsweltmeisterschaften sind schließlich ein toller Höhepunkt im jungen Berufsleben – aber es dürfen dann ja auch noch viele weitere folgen. www.worldskills.at

Autor/in:
Thomas Prlic
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